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Flüchtlinge als kritische Verbraucher

Flüchtlinge als kritische Verbraucher

Projekt soll Neubürgern den richtigen Umgang mit Konsumgütern und Dienstleistungen näherbringen.

Um Flüchtlinge vor Abzocke zu schützen, will der Verbraucherschutz in Hessen ein spezielles Beratungsangebot aufbauen.
Wiesbaden. Etwa bei Verträgen für Handys oder Fitnessstudios könnten die Zuwanderer über den Tisch gezogen werden, erklärte Verbraucher-schutzministerin Priska Hinz (Grüne) gestern in Wiesbaden. Auch beim Haushalten in der eigenen Wohnung sollen Flüchtlinge Unterstützung bekommen. Das Land steckt rund 400 000 Euro in das dreijährige Projekt. Partner sind die Verbraucherzentrale Hessen und das DHB-Netzwerk Haushalt, dem Berufsverband der Haushaltsführenden. Oft sei Flüchtlingen der sparsame Umgang mit Wasser, Waschmittel oder Strom nicht geläufig, sagte Liane Reichhart vom DHB-Netzwerk Haushalt. Nicht selten liefen in den Flüchtlingsunterkünften die Waschmaschinen rund um die Uhr, obwohl nur wenig Kleidung in der Trommel stecke. Würden die Menschen nicht auf die Kosten aufmerksam gemacht, drohten bei einem Haushalt in eigener Regie stattliche Rechnungen, warnte Reichhart. Defizite gebe es auch beim Thema Lüften. Hinz berichtete von gezielten Betrugsversuchen – auf Kosten von Flüchtlingen. Es sei beispielsweise versucht worden, den Menschen weis zu machen, dass man in Deutschland für einen Arzttermin einen kostenpflichtigen Vermittler brauche. Verbraucherzentrale Vorstand Jutta Gelbrich sagte, dass es auch besondere Schulungen für die Helfer in den Flüchtlingsunterkünften geben soll. "Wir wollen sie sensibilisieren, wo unseriöse Geschäftemacher unterwegs sein könnten – die sie verscheuchen müssen." (dpa)
www.verbraucherzentrale-hessen.de/fluechtlingshilfe-he

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